Ich esse nichts, was Augen hat

„Ich esse nichts, was Augen hat!“ – ein berühmtes Zitat von Paul McCartney. Wie recht er hat, doch es gibt leider immer noch viel zu wenig Menschen, die es ihm gleichtun. Die meisten sehen den Ver-zehr von Fleisch noch immer als etwas Natürliches und Selbstverständliches an und verdrängen dabei, was Fleisch eigentlich ist: das mehrere Wochen alte Fleisch toter Tiere. Was sich in den Schlacht-höfen außerhalb der Städte an Grausamkeit, Brutalität und Tierleid abspielt, das wollen die Menschen nicht wissen. Selbst ein zu Tier töten, könnten wohl die wenigsten übers Herz bringen, also lassen sie diese „Arbeit“ andere tun und greifen dann ohne Gewissensbisse zum säuberlich und hygienisch in Plastikfolie verpackten Schnitzel aus dem Kühlregal. Die Würste und Fleischstücke im Supermarkt haben ja mit dem Tier, zu dem sie einst gehörten, nichts mehr gemeinsam, sie erinnern nicht mehr an das Lebewesen, das dafür umgebracht wurde. Das macht das Verdrängen so leicht… Die soge-nannten „Nutztiere“, also Schweine, Rinder, Hühner, Puten usw., werden zu Maschinen degradiert, obwohl sie fühlen und leiden wie wir Menschen. In Rekordzeit werden sie zum Zielgewicht gemästet und dann im Akkord milliardenfach geschlachtet.

Ihr einziger Lebenszweck ist es, von den Menschen maximal ausgebeutet und aufgegessen zu werden (Profit bringen dazu noch Leder, Daunen, aus Knochen und Schlachtresten hergestellte Gelatine, Kälberlab für Käse…). Ließe man diese Tiere leben, könnten sie um ein Vielfaches älter werden. Die natürliche Lebenserwartung einer Kuh liegt bei 20 Jahren, Schweine und Hühner könnten 15 Jahre alt werden. Doch in der Massentierhaltung wird eine Milchkuh nur 4 Jahre, ein Mastrind nur 8 Monate, ein Schwein nur 6 Monate, ein Kälbchen nur 3 Monate, ein Legehuhn nur 2 Jahre und ein Masthuhn nur 6 Monate alt. „Biofleisch“ ist keine Alternative, denn die Tiere wachsen zwar artgerecht auf, aber auch sie werden geschlachtet. Und eine „humane“ Schlachtung gibt es nicht, sie ist immer mit Leid, Angst und Stress für das Tier verbunden. Das Widersprüchliche und Absurde ist ja auch die in unserer Gesellschaft als normal geltende Einteilung der Tiere in solche, die zum Liebhaben da sind, und solche, die zum Essen da sind. Schon Kindern wird dieses Denken anerzogen. Aber was ist der Unterschied zwischen einem Hund und einer Kuh, zwischen einer Katze und einem Schwein? Es gibt keinen, es sind alle fühlende Lebewesen, die leben wollen!  Ein Mensch isst in seinem Leben durchschnittlich 5 Rinder, 20 Schweine, 20 Schafe, ca. 700 Hühner und eine halbe Tonne Fisch. Sind diese vielen Tierleben, die man im Laufe der Jahrzehnte durch Verspeisen auslöschen würde, nicht Grund genug, kein Fleisch mehr zu essen?

Fleisch ist nur ein Stück Lebenskraft, solange es ein lebendiges Tier ist!

Zudem ist der Verzehr von Fleisch und allgemein viel tierischem Eiweiß eine der Hauptursachen verbreiteter Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes, Gicht, Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs und Übergewicht. Außerdem werden durch die Fleischerzeugung enorme Mengen an Futtermitteln verschwendet (Getreide, Soja). Man braucht 10 kg Getreide, um 1 kg Fleisch zu gewinnen. 60 % der Weltgetreideernte werden als Tierfutter verbraucht. Mit dem Getreide könnte man viel mehr Menschen direkt ernähren. Tatsache ist auch, dass die Futtermittel für die Nutztiere in den Industrieländern auf den landwirtschaftlichen Flächen der Dritten Welt angebaut werden. Ohne die massiven Futtermittelimporte aus der Dritten Welt könnten unsere Fleischberge überhaupt nicht produziert werden. gleichzeitig leiden dort Millionen von Menschen Hunger, weil ihnen diese Pflanzennahrung fehlt. Der Fleischkonsum in den Industrieländern ist für den Hunger in der Dritten Welt verantwortlich. Auch zu erwähnen wäre, dass die Aufzucht der „Nutztiere“ eine Katastrophe für die Umwelt darstellt. Sie trägt maßgeblich zur Verschmutzung des Grundwassers durch die riesigen Güllemassen und zum Waldsterben bei und verbraucht unglaublich viel Wasser. 100.000 Liter werden benötigt, um 1 kg Fleisch zu erzeugen, dagegen nur 500 Liter für 1 kg Kartoffeln. Der südamerikanische Regenwald wird gerodet, um Anbauflächen für Futtermittel und Weideflächen für „Nutztiere“ zu schaffen. Der Schritt, kein Fleisch mehr zu essen, wäre also auch im Sinne der eigenen Gesundheit und der Umwelt.

Es gibt zudem sehr viele berühmte Persönlichkeiten, die kein Fleisch essen/aßen und sich gegen den Fleischverzehr und für Tierrechte aussprechen/aussprachen, so z.B. George Bernard Shaw, Albert Schweitzer, Leonardo da Vinci, Leo Tolstoi, Franz Kafka, Mahatma Gandhi, Albert Einstein, Martina Navratilova, Eugen Drewermann, Barbara Rütting, Chrissie Hynde, Nina Hagen, Kim Basinger, Bob Dylan, Paul McCartney, Bryan Adams, Alec Baldwin, Pamela Anderson, Alicia Silverstone, Prince, Drew Barrymore, Thomas D., Frank Elstner, Reinhard Mey, Dirk Bach und viele, viele mehr.

Tierrechte stehen gleichbedeutend zu Menschenrechten, denn wer Gewalt gegen Menschen ablehnt, der lehnt auch Gewalt gegenüber Tieren ab. Tiere sind die Schwächsten und Wehrlosesten in unserer Gesellschaft, sie haben keine Rechte und keine Lobby. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass sie Rechte erhalten, wo sie die gleichen Interessen haben wie wir Menschen. Die Tiere wollen nicht für den kurzen Gaumenkitzel der Menschen sterben oder in grausamen Versuchen ihr Leben lassen, sie sind nicht dazu da, von den Menschen beliebig ausgenutzt zu werden. Sie haben auch das Recht zu leben und mit Achtung behandelt zu werden, genauso wie wir Menschen! Tiere haben ein Recht auf Unversehrtheit und Glück, sie lieben ihr Leben genauso wie wir.

Fazit: Wer Tiere liebt und Tierleid vermeiden möchte, der sollte auch danach leben.